Vielleicht bist du im Beruf zuverlässig, kümmerst dich um andere und hältst durch, wenn es anstrengend wird. Beim Essen gelingt dir das nicht immer. Schnell denkst du: Offenbar will ich es nicht genug. Doch ein Abend, an dem du mehr isst als geplant, sagt wenig darüber aus, wie willensstark du als Mensch bist.
Deine Entscheidungen zählen
Wenn du abnehmen möchtest, triffst du Entscheidungen: Was kaufst du ein? Was isst du? Wann nimmst du dir Zeit für Bewegung? Manchmal verzichtest du dabei auf etwas, worauf du gerade Lust hast. Das kann anstrengend sein.
Deine Bereitschaft, diese Entscheidungen zu treffen, spielt eine Rolle. Daraus folgt aber nicht: Wer abnimmt, strengt sich genug an, und wer nicht abnimmt, tut zu wenig. Dieses Urteil übersieht, wie stark Hunger sein kann und wie unterschiedlich Körper und Alltag sind. Dein Gewicht lässt sich nicht allein durch deinen Willen steuern. 4
Derselbe Vorsatz, zwei verschiedene Tage
Stell dir vor, du möchtest nach der Arbeit spazieren gehen. An einem Tag bist du pünktlich fertig. Du hast bereits gegessen, das Wetter ist angenehm und niemand braucht gerade etwas von dir. Du ziehst die Schuhe an und gehst los.
Am nächsten Tag dauert ein Termin länger. Zu Hause wartet eine unerledigte Aufgabe, du bist hungrig und hast nur noch wenig Zeit. Du bleibst da. Du wolltest an beiden Tagen spazieren gehen. Am zweiten Tag hättest du dafür aber mehrere andere Dinge zurückstellen müssen.
Vielleicht hättest du trotzdem gehen können. Dass du zu Hause geblieben bist, heißt jedoch nicht, dass du gar nicht spazieren gehen wolltest. Schau dir an, was an diesem Abend dazwischenkam. Erst dann kannst du überlegen, wie der Spaziergang an einem solchen Tag möglich wird.
